Eigentlich wollten wir das Wochenende zu Hause verbringen, da wir in Friedrichsthal ein Problem mit unserer Stromversorgung haben. Aber in der Hoffnung, dass es nicht so eine kalte Nacht wird, sind wir dann Samstagmittag doch rausgefahren.
Am Nachmittag beschloss ich noch eine Runde mit dem Fahrrad zu fahren. Allerdings war die Hinfahrt nach Gartz doch sehr anstrengend, da ich oben auf dem Deich den absoluten Gegenwind hatte. Aber dafür war die Rückfahrt natürlich Klasse!
Der Wind erwies sich dann auch bei meinem abendlichen Läufchen als sehr heftig, ich musste mich kräftig in den Wind legen, um vorwärts zu kommen. Daher wurde es auch nur eine Minimalrunde von 3,4 km.
Und noch ein Problem beschäftigte mich in den Abendstunden. Ich hatte nur die Nikes eingepackt und mit denen konnte ich meinen sonntäglichen langen Lauf absolut vergessen!
So kam ich irgendwann zu dem Entschluss: Du fährst Morgen früh mit dem Fahrrad nach Schwedt, ziehst die Brooks an und läufst nach Friedrichsthal zurück.
Am nächsten Morgen fuhr ich dann nach einem gemütlichen Frühstück nach Hause. Da ich in dieser Richtung ja einen tollen Rückenwind hatte, war ich schon nach 30 Minuten vor unserer Haustür.
Normalerweise laufe ich nach Friedrichsthal ja immer die Deichstrecke, aber in Anbetracht des starken Windes wollte ich mal eine andere Strecke probieren. Ich hatte in Friedrichsthal extra nochmal eine Wanderkarte hervorgeholt und war eigentlich sicher, den Weg auch zu finden.
Zunächst lief ich die Strecke in Richtung Müllerberge, dann aber nicht nach Kummerow, sondern bog nach rechts ab in Richtung Blumenhagen. Der breite Sandweg dorthin ist wirklich sehr staubig, aber ich hatte Glück und es kam kein Auto vorbei.
Nachdem ich diesen Weg hinter mich gebracht hatte, musste ich nach links und ein Stück auf der Hauptstraße nach Hohenfelde laufen, um auf meine geplante Route zu kommen. Da ich es nicht gewöhnt bin, auf einer befahrenen Straße zu laufen, hatte ich schon ein bisschen Bammel, aber es musste nunmal sein. Ich lief so weit wie möglich links, wenn sich ein Auto von vorne näherte, musste ich wohl oder übel auf den sehr unebenen Grasstreifen ausweichen. Die Autos hatten hier schon ein ziemliches Tempo drauf.
Nach ca. 1 km war ich dann am Dorfrand von Hohenfelde angekommen, hier ging es auf der rechten Straßenseite dann in den Wald, wo auch der Wanderweg nach Groß Pinnow ausgeschildert sein musste.
Ich fand dann zunächst auch an einem Baum einen roten und einen gelben Strich. Laut meiner Karte würde mich der roten Strich auf den gewünschten Weg führen.
Leider war schon an der nächsten Weggabelung kein Hinweis mehr zu finden, welcher nun der richtige Weg wäre.
Nach meiner Erinnerung verlief der rote Wanderweg parallel zur Fernverkehrsstraße B 2, sodass ich davon ausging, der Weg geradeaus wäre der Richtige.
Bereits an der nächsten Waldwegkreuzung kam ich erneut ins Grübeln. Ein Wegweiser mit gelben Strich und der Aufschrift Groß Pinnow zeigte in die Richtung aus der ich gerade kam, der andere in Richtung Wildbahn, aber das war direkt an der B 2.
Also lief ich zunächst meinen Weg geradeaus weiter, irgendwann wollte ich dann nach rechts abbiegen, um die B 2 zu überqueren. Da die Forstwege meist schachbrettartig angelegt waren, hatte ich auch nicht wirklich Bedenken, mich zu verlaufen.
Mein Weg erwies sich dann irgendwann als sehr strapaziös, da es sich auf dem sehr lockeren Sand sehr schlecht lief. So entschloss ich mich, schon jetzt nach rechts abzubiegen und zur Fernverkehrsstraße zu laufen. Als ich an der B 2 ankam und dort nach links schaute, erblickte ich in einiger Entfernung auch den grünen Wegweiser für die Straße nach Teerofen. Zumindest brachte es mir wieder etwas mehr Orientierung.
Ich überquerte die Straße und lief dann erstmal wieder geradeaus. Beim nächsten nach links verlaufenden Waldweg, wollte ich diesen nehmen. Das tat ich dann auch, aber es war wohl eher ein "wilder Weg", denn er führte mich doch recht schnell ins Gebüsch. Ich musste allerdings nicht so lange hin und her irren und fand recht bald einen passablen Weg, der sich diesmal auch sehr gut lief.
Irgendwann kam ich dann auch zu der mir bekannten Holperstraße, die nach Teerofen führte und hier traf ich dann auch auf den Radwanderweg in Richtung Friedrichsthal.
Am Ende war ich zwei Stunden und sechs Minuten unterwegs gewesen. Nicht ganz das, was ich mir vorgenommen hatte, aber dafür war mein Lauf doch sehr individuell gewesen. Beim Blick auf die Karte wurde mir auch klar, dass es doch der linke Weg hätte sein müssen. Leider lässt die Ausschilderung der Wanderwege sehr zu wünschen übrig. Aber wahrscheinlich sind dort nicht so viele Wanderer unterwegs. Da sieht es im Poldergebiet, also entlang von Kanal und Oder schon sehr viel besser aus.
Willkommen 2020
vor 6 Jahren


10 Kommentare:
Liebe Marianne♥,
Dein „biβchen Abenteuer“ hat mir wieder prima gefallen.
Sport frei!
Es grüβt ganz lieb,
deine Freundin
Nadja
xxx
Vielen Dank liebe Nadja!
Obwohl ich meist ein schlechtes Gewissen habe, weil ich meine Berichte immer so schnell "zusammenschustere". Auf der anderen Seite sollen es ja auch keine "literarischen Werke" sein - hier gehts ums Laufen, oft habe ich einfach zu wenig Zeit.
Apropos, hast du auch Ambitionen zum Laufen oder eher nicht? Ansonsten gibts für mich natürlich auch noch ein Leben neben dem Laufen;-)!
LG Marianne
Liebe Marianne♥,
Heute war ich zurück in Antwerpen, ein biβchen arbeiten diesmal! Ich bin teilbeschäftigt in der Erwachsenenbildung.
Du kannst dir Bilder und Ton von Antwerpen ansehen bzw. anhören in meinem Blog unter dem Bericht „By By Profondeville“, was ich speziell in deutscher Sprache verfaβt habe, für meine deutschsprachige Freundinnen, wovon Du.
Meine sportlichen Ambitionen reichten nie sehr weit. Was das Laufen betrifft, gab es doch der bekannter Meilenlauf an der Helenesee in der nähe von Frankfurt/Oder. Mein Vater war sehr aktiv im DTSB, als Rentnner organisierte er diesen Meilenlauf. Mein früherer Mann hatte dann die Ehre um die Diplome mit Filzstiften auszufüllen. Ich wurde von meine Mutter aufgesteckt: „Nursportler sind doof“, aber sie sagte es nur zum sticheln, sie wuβte ja auch daβ man bei uns überhaupt den Menschen als allseitig entwickelte soz. Persönlichkeit erziehen wollte und Sport eben Teil davon ist. Nur in den letzten Jahren war es sehr übertrieben mit der politischen Leistungssport, um internationale Anerkennung zu bekommen. Ich habe da viel bessere Erinnerungen an meinen besten Jahren wo Walter ULBRICHT das gute Beispiel gab und selbst in der Öffentlichkeit sportlich tätig war.
Wie ich in eine meiner Berichte über das damalige Ideal der sozialistischen Menschengemeinschaft, ging es erst vorwärts „vom Ich zum Wir“ und später entartete es leider in „ICH leiste was, ICH leiste MIR was“.
Ich erwarte gar nicht daβ deine Berichte „literarischen Werken“ sein sollten, es gefällt mir so wie es ist. ALLE Aspekte welche Du mir schreiben willst, möchtest, sind mir willkommen, Landschaftsbeschreibung, Laufen, Persönliches, Gedanken...Greif zum Feder, Kumpel!
Meine deutsche Rechtschreibung hat sehr gelitten, weil ich mich hier meistens auf Flämisch (Niederländisch) ausdrücke und die Sprachen nahe Verwandten sind. Aber wenn ich öfters schreibe kommt es schon zurück im rechten Lot.
Der Rennsteiglauf gab es bestimmt schon zu unseren Zeiten, oder?
Bis zur nächsten Freude dich zu lesen grüβt ganz lieb,
Deine Freundin
Nadja
xxx
Ein bischen Abenteuer muß sein! :)
Schöner Bericht und bestimmt auch ein schöner Lauf!
Liebe Grüße
Petra
Hallo Marianne,
Du hast Mut, so ins mehr oder weniger Ungewisse zu laufen. Das macht aber irgendwie auch das Laufen aus. Das ist besser, als im Wettkampf die Zeitenhascherei. Schade, dass Du keine Bilder gemacht hast. Ich liebe diese Abenteuerläufe und habe mich auch schon des öfteren verirrt. :) Das gehört dazu. Aber günstig ist immer, für den Ernstfall ein Handy dabei zu haben.
Danke für Deinen spannenden Bericht! Mach Dir keine Gedanken darüber, wie Du schreibst, Hauptsache Du tust das. Es ist Dein Tagebuch. Wem's nicht gefällt, der muss es ja nicht lesen. Ich kann's übrigens auch nicht viel besser (deshalb meist Fotoberichte). :)
Liebe Grüße
Ramona
Liebe Petra,
ja das Abenteuer Laufen kann wirklich sehr spannend sein:-)!
LG Marianne
Hallo Nadja,
wow,was für ein langer Kommentar!
In Jugendzeiten war ich sehr unsportlich, nur im Volleyball und Ausdauerlaufen war ich recht gut.
Beim Volleyball hatte ich sogar mal an einer Bezirksspartakiade teilgenommen, beim Laufen beschränkte es sich auf ein paar Teilnahmen in der "Meilen"-Bewegung.
Allerdings wäre ich für unsere Jungs manchmal froh gewesen, wenn der Sport noch wie zu DDR-Zeiten organisiert gewesen wäre.
LG Marianne
Hallo Ramona,
ich ärgere mich auch immer, dass ich keine Fotos machen kann, aber mit Trinkgürtel, Handy usw. bin ich schon recht "vollbeladen".
Ich habe zwar ein Fotohandy, aber keine Software zum Fotos bearbeiten. Ich muss noch mal mein Chef fragen, vielleicht ist seine Software mit meinem Handy kompertibel;-)
Wenn jemand meint, Laufen sei langweilig, hat er keine Ahnung.
Und das größte Abenteuer ist in 24 Tagen!
Bis dahin
LG Marianne
Hallo Marianne,
Dein Lauferlebnis erinnerte mich an meine Jugendzeit, wo ich immer wieder neue Wege probieren musste.
War einfach ein Abenteuer und hat Spaß gemacht.
und genauso klingt es bei Dir.
Liebe Grüße
Ika
Liebe Ika,
freut mich, dass es so angekommen ist. Manchmal ist es gar nicht so einfach, neue Wege zu finden. Bei kürzeren Läufen habe ich nicht mehr so viel Auswahl. Zum Glück muss ich nicht unbedingt durch irgendwelche Wohngebiete joggen - d. h. wenn es dunkel ist, mache ich es schon freiwillig.
LG Marianne
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