
Wir hatten beschlossen, meinen Geburtstag beim Bungalow meiner Eltern in Friedrichsthal zu feiern und fuhren dazu bereits am Samstag zu ihnen raus.
Der Bungalow befindet sich gleich hinterm Deich an der Hohensaatener-Friedrichsthaler-Wasserstraße, am Rande des Nationalparks Unteres Odertal.
Dort auf dem Deich führt auch der asphaltierte Oder-Neiße-Radfahrweg entlang, auf dem ich auch schon öfters mal ein Läufchen gemacht habe.
Da ich mir schon lange vorgenommen hatte, mal bis zur nächstgelegenen Kleinstadt Gartz zu laufen, wollte ich die Gelegenheit nutzen und das am nächsten Morgen in die Tat umsetzen.
Also klingelte am Sonntagmorgen um 6.00 Uhr der Weckruf meines Handys. Da das Klingeln auch Uwe weckte, gabs noch schnell einen Geburtstagskuss und dann schlich ich mich auch schon nach draußen, um Mann und Hund noch weiter schlafen zu lassen.
Oben auf dem Radfahrweg befindet sich in der Nähe des Pegelhäuschens eine Markierung "6000". Warum das so ist, ob hier mal ein Lauf o. ä. stattgefunden hat - keine Ahnung. Ich wusste jedenfalls, dass hier die Entfernung bis Gartz angegeben war, dort würde also die "0" sein und Hin- und Rückweg insgesamt 12 km betragen.

Auf dem Wasser herrschte heute morgen schon viel Betrieb. Etliche Schubschiffe oder Schleppkähne befuhren den Kanal, der in ca. einem Kilometer in der Oder endet. Ein Schubschiff fuhr immer auf gleicher Höhe mit mir, was mich anfangs etwas irritierte. Später konnte ich dann auch endlich wieder die Umgebung wahrnehmen, ich hatte wohl die Müdigkeit endgültig vertrieben.


Es lief sich super. Einen leichten Schweißfilm - durch die hohe Luftfeuchtigkeit hervorgerufen - spürte ich aber bereits auf dem Gesicht. Ich passierte den ersten Grenzpfahl und rechts von mir war über die Oder hinweg die hügelige Landschaft von Polen zu sehen.
Nach der nächsten Biegung der Oder werden dann auch bald die ersten Gebäude von Gartz sichtbar.

Als der Radweg Gartz erreicht, stelle ich fest, dass dort keine Null steht, sondern "Start".

Nun gehts zurück. Am Ende plagen mich ein wenig Schmerzen in den kleinen Zehen des linken Fußes. Das hatte ich schon lange nicht mehr. Bei "6000" wieder angekommen, zeigte meine Uhr eine Laufdauer von 84 Minuten. So lange war ich das letzte Mal vor ca. einem Jahr gelaufen.
Es geht also wieder aufwärts und ich freue mich auf die nächsten langen und längeren Läufe.


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