Die Nacht habe ich wieder sehr unruhig geschlafen und so bin ich fast froh als mein Handy-Wecker um 5.00 Uhr läutet.
Ich schlüpfe leise aus dem Bett und beginne mit meinen Vorbereitungen.
Um 6.15 Uhr gehe ich nach einer kurzen Verabschiedung von Uwe zum Bus nach Neuhaus. An der Bushaltestelle stehen Menschen über Menschen. Mehrere Busse fuhren schon voll besetzt los. Ich weiß nicht so richtig, wo ich mich anstellen soll und gehe ein Stück zurück. Dort schlüpfen ein paar Läufer noch in einen recht vollen Bus. Auf meine Frage findet sich dort tatsächlich auch noch ein Plätzchen für mich.
Und dann geht es auch schon los. Ich genieße die Fahrt durch die wunderbare Landschaft und dann auf einmal ist sogar die Sonne da. Schöner kann es fast nicht sein.
In Neuhaus angekommen, begebe ich mich in Richtung Ausgabe der Startunterlagen. Die soll diesmal in der Bibliothek stattfinden. Also immer erstmal den anderen Läufern nach. Schnell habe ich meine Startunterlagen in der Hand und mache mich auf in Richtung Sporthalle. Unterwegs treffe ich plötzlich schon Rotraud. Sie will noch schnell ein paar Sicherheitsnadeln besorgen.
In der Sporthalle treffe ich auf bekannte Gesichter: Da ist zuerst Tina, die Frau von Klaus von den Streakrunnern, später dann auch Henry, Ramonas Mann.
Ich geselle mich zu Rotraud und ihrem Mann Hartmut.Plötzlich sehe ich noch ein bekanntes Gesicht: Katrin. Wie schön.
Irgendwie vibriert alles um mich rum. Außerdem krippelt es im Bauch. Das wird doch wohl jetzt nicht... Nein, es passiert nichts, auch später den ganzen langen Lauf lang ist alles bestens.
Rotraud und ich beschließen, es mit einem gemeinsamen Lauf zu versuchen. Mal sehn, einerseits finde ich es sehr schön, aber ob wir ein gemeinsames Tempo finden werden?
Nach Rennsteiglied und Schunkelei zum Schneewalzer geht es dann endlich los. Die ersten Kilometer laufen wir in der großen Masse auf der Straße aus Neuhaus heraus.
Langsam zieht sich das Läuferfeld außereinander. Als die erste Versorgungsstelle erreicht ist und damit der Wald sind bereits 5 Kilomter gelaufen.
Rotraud ist besorgt, dass wir zu schnell unterwegs sind und schaut immer wieder auf ihre Garmin. Ich verspreche ihr, dass wir sowieso bald gehen müssen und dann automatisch alles langersamer wird.
Ich bin eher besorgt, dass Rotraud zu dick angezogen ist. Sie schwitzt sehr stark.
An der ersten Steigung an der wir gehen müssen, entledigt sie sich endlich ihrer Jacke.
Die nächsten Kilometer vergehen wie im Flug. Wir genießen die Natur, die gute Luft, die Wanderer am Wegesrand, die uns applaudieren. Ich bin immer wieder erstaunt wie gut es läuft. Jetzt redet auch Rotraud ab und an mit mir. Anfangs habe immer nur ich geredet. Ich mag es auch unterwegs mit anderen Läufern ins Gespräch zu kommen.
Nach dem Hohlweg fängt das Ziehen in den Oberschenkeln an. Aber ich hatte auch nicht erwartet, dass das alles spurlos an mir vorüber geht.
Rotraud hat da offensichtlich schon mehr Probleme, sie hatte verletzungsbedingt auch einige Trainingslücken.
Aber es geht immer weiter und als ich dann doch mal auf meine Uhr schaue und ich Rotraud verkündete, dass wir es unter 6 Stunden schaffen könnten, hat sich dann bei ihr die Kämpfernatur durchgesetzt und die Gehpausen wurden wieder kürzer.
Sogar den Anstieg vor dem Ziel, den ich im letzten Jahr noch walkend zurücklegte, haben wir fast nur laufend bewältigt.
Auf den letzten paar Metern kamen dann wieder die Tränen, so emotional war die Stimmung beim Einlauf.
Rotraud und ich überliefen überglücklich nach 5:49 h Hand in Hand die Zielmatte.
Später habe ich noch den Zieleinlauf von einigen Supermarathonis beobachten können.
Besonders haben mich aber Petra und Elke beim Finish ihres ersten Supermarathons beeindruckt.


6 Kommentare:
Liebe Marianne, meine herzlichsten Glückwünsche für euch zu diesem tollen Lauf und der super Zeit. Ich habe mich sehr gefreut dich zu treffen. Es ist toll zu hören das ihr diesen Lauf gemeinsam gemeistert habt. Ich wünsche euch eine gute Erholungszeit :-).
Sei lieb gegrüßt, Katrin
Ich gratuliere Dir, liebe Marianne- sehr schöne Bilder :-)
Alles Liebe von Ines!
Danke, ein schöner Bericht! Herzlichen Glückwunsch auch hier noch einmal, liebe Marianne!
Liebe Katrin, liebe Ines, liebe Ramona,
vielen Dank für eure Glückwünsche!
Ich kann mir keinen schöneren Lauf als den Rennsteiglauf vorstellen.
Liebe Grüße
Marianne
Liebe Marianne,
meinen ganz herzlichen Glückwunsch auch noch mal an dieser Stelle zu deinem tollen Marathon. Es ist schön, daß du ihn genießen konntest - und wer weiß, vielleicht treffen wir uns ja im nächsten jahr auf dem Marktplatz....
Aus meiner Erfahrung kann ich dir nur sagen: Wenn man einmal anfängt, darüber nachzudenken, ist es eh schon zu spät.... :))
Vielen Dank auch für die schönen Bilder! Hast du noch mehr Bilder von unserem Zieleinlauf? Könntest du diese mir vielleicht schicken?
Jetzt wünsche ich dir eine gute Erholung! Wir sehn uns im August! *freu*
Viele liebe Grüße
Petra
Liebe Petra,
vielen Dank für die Wünsche.
Sicherlich wird der NOK ein tolles Erlebnis. Und jetzt wo der Rennsteig vorbei ist, hat man wieder etwas, worauf man sich freuen kann.
Liebe Grüße
Marianne
PS. Zu den Fotos eine Email
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