Bereits in Marienwerder war mir klar geworden, ich - vor allem meine Füße - wollten was anderes.
Und als ich am Montag mit Ramona in Richtung Müllerberge lief, wusste ich, was ich wollte. Ich wollte meine alten Laufstrecken wieder haben.
So schön auch die Läufe zwischen Kanal und Oder sein können, aber immer laufe ich auf Beton oder Asphalt.
Also sollte mein nächster langer Lauf mal wieder nach Kummerow gehen. Da war ich das letzte Mal vor fast genau einem Jahr.
Und ich wollte den Frühling einfangen. Wie ich kurz vorm Loslaufen aber feststellen musste, die Kamera lag in der Schreibtischschublade auf Arbeit.
Aber ich habe ja auch noch andere Sinne und was ich wahrnahm, konnte ich in meinem Gedächtnis festhalten.
Natürlich zog ich nun auch meine 3/4-Tights an. Das sanfte Lüftchen draußen war an meinen Waden aber kaum zu spüren.
Ich lief zunächst zum Park und über den Plattenweg in Richtung Scholle, wo wir bis zum letzten August gewohnt hatten. Dann ging es weiter in Richtung Kieskuhle und über die Brücke zu den Windmühlen. Hier rochen die Felder schon nach frischer Düngung und über mir hörte ich Scharen von Singschwänen.
Kurz vor der Neuen Mühle entdeckte ich im Gesträuch Schneeglöckchen. Hier war auch das Vogelgezwitscher besonders bunt, wahrscheinlich waren sie alle beim Nesterbauen.
Später als ich dann schon an den Müllerbergen vorbei war, hörte ich ein mir wohl bekanntes Geräusch. Diese Vogelschreie sind unverwechselbar - Kraniche. Nur sehen konnte ich keine.
Mittlerweile hatte es angefangen zu regnen, aber es war eher ein angenehmes Nieseln.
Im Wald kurz vor Kummerow roch es nach frischem Holz und etwas entfernt waren auch Kettensägen zu hören.
Am Rand von Kummerow machte ich dann kehrt und lief meinen Weg zurück. Kurz vor dem nächsten Waldstück - ich hatte noch freien Blick auf die Felder - hörte ich wieder die Schreie. Und diesmal sah ich sie - drei Kraniche standen auf dem Feld und waren auf der Suche nach Futter. Irgendwie machte mich dieser Anblick besonders glücklich. Mit den Kranichen war auch der Frühling da.
Als ich wieder an den Müllerbergen war, wurde ich doch nochmal etwas wehmütig. Hier war mir oft Uwe mit dem Fahrrad und Alf entgegen gekommen und hatten mich auf den letzten Kilometern begleitet. Die Zeiten sind leider vorbei. Unser Alf kann jetzt nur noch Spaziergänge machen. Aber er hat den Winter überstanden, das ist das Wichtigste. Das Knochenmehl hat gewirkt und die wärmeren Temperaturen jetzt würden ihm sicherlich gut tun.
Auf dem Plattenweg angekommen, begegnete ich den ersten Menschen an diesem Morgen. Die Mädels vom Tierheim waren gerade mit den Hunden unterwegs. So gab es ein kurzes Hallo und ich begrüßte vor allem Attila, einen riesengroßen und temperamentvollen, aber lieben Hund. An sowas wäre vor sieben Jahren niemals zu denken gewesen. Aber durch Alf habe ich meine Angst vor Hunden verloren.
Jetzt waren es nur noch ein paar Meter bis nach Hause. Etwas k.o., aber zufrieden kam ich nach 3 Stunden und acht Minuten dort an.
Zur Entspannung gab es diesmal ein heißes Bad. Ich hoffe, ich habe meiner Hüfte nicht zu viel zugemutet, aber die Vorbereitung läuft und die langen Läufe sind sehr wichtig.
Willkommen 2020
vor 6 Jahren


6 Kommentare:
Liebe Freundin Marianne,
Diese Beschreibung ist genauso viel wert als deine prächtigen heimatlichen Lichtbildaufnahmen. Und so ein reizender Titel dazu! Nun habe ich eine kleine Frage: Kummerow, ist das denselben Ort wie im Roman von Ehm Welk „Die Heiden von Kummerow“? (Aus 1937, war es doch eine der wenige Bücher von „außer 33-45“ die bei uns zugelassen und neugedruckt war – im Hinstorff Verlag Rostock). Das ist doch kaum möglich. Ich vermute daß es vielmehr eine Ortschaft in der Nähe von Beeskow betrifft. Es heißt daß dort auch Holländer Ferien machen. Jedenfalls, Danke, liebe Marianne, es war eine Lust deine Laufmomentenbeschreibung zu lesen.
Ganz liebe Grüße,
Deine Nadja
Liebe Nadja,
schön, dass dir mein Bericht gefallen hat.
Dieses Kummerow ist nicht das beschriebene Dorf von Ehm Welk.
Sein eigentliches Kummerow heißt eigentlich Biesenbrow und ist sein Heimatort ganz hier in der Nähe.
Liebe Grüße
Marianne
Liebe Marianne,
dein Lauf heute muß wunderschön gewesen sein! Es ist soo schön, daß die Kraniche schon wieder da sind - nun kann den Frühling nichts mehr aufhalten.
Viele liebe Grüße und eine schöne Woche wünscht dir
Petra
Guten Morgen, liebe Marianne-
ich schließe mich an- ein sehr schöner Laufbericht!
Kraniche haben wir auch viele und ich mag diese majestätischen Vögel sehr gerne!
Wo kommen denn Deine Hüftprobleme her? Ich habe rechts auch immer Schmerzen- versuche es bis dato noch zu ignorieren.
Was hat denn Alf genau? Unser Kater hat Arthrose im Kiefer und bekommt homöopathische Kügelchen,die ihm super geholfen haben- er kann ohne Schmerzen wieder fressen- wäre das was`? Wenn ja- dann such ich mal den Namen raus- oder laß Dich doch mal in der Apotheke beraten- ich war erstaunt,wie gut die geholfen haben. Und bei einem Tier kann man ja nicht vom Placboeffekt reden, da es ja nichts von der Einnahme mitbekommt...
Wahnsinn-auch Du liefst dieses Wochenende wie Petra so eine lange Strecke! Toll,was für eine Ausdauer ihr habt!
Ich hoffe, Deine Erholung war genauso gut!
Liebe Grüße und eine gute Woche von Ines!
Liebe Petra,
ich habe immer geglaubt, man müsste um die Kraniche zu sehen irgendwo in die Fluss-Auen gehen und könnte sie dort mit dem Fernglas nur beobachten.
Aber dann eines Tages habe ich auf einem Feld an meiner Kieskuhle mehr als 20 Kraniche gezählt.
Im Herbst kommen die Leute alle nach Friedrichsthal um den Abflug der Kraniche zu beobachten. Das ist schon was Besonderes.
LG Marianne
Liebe Ines,
meine Probleme mit der Hüfte kommen sicherlich von den Problemen mit den Füßen. Durch das Tragen der Einlagen hat sich etwas an meiner Haltung geändert und das muss der Körper jetzt erstmal ausgleichen und ich denke, dies wird sich auf die Hüfte ausgewirkt haben.
Ich bekomme jetzt 6 Behandlungen in der Physiotherapie für die Füße, so eine Art Fußmassage. Mal sehn, ob das was bringt.
Und am Donnerstag will ich mit unserem Bekannten zum Aqua-Jogging gehen. Davon erhoffe ich mir recht viel.
Als wir unseren Hund vor 7 Jahren gefunden haben, hatte er schon immer einen etwas seltsamen Gang. Wir haben angenommen, dass er vielleicht mal angefahren wurde oder so. Mit dem Alter hat sich der Zustand der li. Hüfte immer mehr verschlechtert.
Er ist schon immer hinter zusammengebrochen. Ist wohl Arthrose. Dafür bekommt er so eine Art "Knochenmehl" ins Futter und sein Zustand hat sich zunehmend stabilisiert. Das wurde uns u. a. vom Tierarzt empfohlen, wir bestellen es immer übers Internet.
Vielen Dank für deine angebotene Hilfe. Wahrscheinlich besteht das Mittel für deinen Kater aus etwas Ähnlichem.
Ich glaub, das Präparat ist u. a. aus zerriebenen Muscheln/Schalentieren.
Ich wünsch auch dir eine schöne Woche.
LG Marianne
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